Warum eigentlich Gedankenflöhe?

Jeder kennt das: Man sitzt im Zug alleine und hört Musik, man sitzt bei der Arbeit oder in der Schule und schaut in den Himmel aus dem Fenster, man ist mit Freunden im Auto unterwegs und zwischendurch gibt es immer wieder die Minuten der Stille und man sieht auf die Straßen, wie die Laternen an einem vorbeisausen.
In diesen Momenten und in noch ganz vielen mehr lasse ich meine Gedanken kreisen. Sie Hut, Stock und Gesangbuch schnappen und auf Wanderschaft gehen. Dabei kann der Weg ganz unterschiedlich sein. Er kann echt sein, ein realler Weg den man im Leben gegangen ist und den man das ein oder andere Mal wieder abgeht. Mal bereut man die Wahl des Weges, mal ist man froh, sich für diesen Weg entschieden zu haben. Es kann aber auch genauso gut eine Reise in eine Ferne Zukunft sein. Da wo alles gut wird. Den am Ende wird ja bekanntlich alles gut. Wünsche und Träume werden wahr, so sagt es zumindest jedes Kindermärchen.
Was aber letzendlich das beste an diesen Gedanken ist, dass sie wie ein kleiner Floh von einem Weg zum anderen hüpfen. Wahllos so scheint es manchmal sich Dinge, Ereignisse und Vergangenheit oder Zukunft rauspickt.
Wenn ich also im Zug sitze und nach draußen auf die Welt blicke und still darauf warte an meinem Ziel anzukommen, ist der kleine Floh bereits in meinem Kopf unterwegs und bewegt sich durch meine Gedankenwelt.
Mein Blog beschäftigt sich mit diesen Flöhen. Gedanken, die mir immer wieder in den Sinn kommen, die mich beschäftigen oder auch einfach mal Dinge, die gesagt werden müssten.
Dabei müsst Ihr nicht immer meiner Meinung sein, wenn Ihr versucht meinen Gedankengängen zu folgen. Bildet euch selber Gedankenflöhe zu meinen Themen, lasst meine Gedanken in eure Gedanken und diese Flöhe für euch auf Reise gehen. Denn das ist das schöne in dieser kleinen Welt in unserem Kopf, wir können machen was wir wollen.
Jetzt viel Spaß beim Lesen und wer einen Rechtschreibfehler findet, darf ihn behalten.

Dienstag, 26. Mai 2015

Teil 11: Nur einen Herzschlag

Hallihallo Ihr Lieben,

da bin ich mal wieder. Frisch erholt aus meinem Lernurlaub. Jaa ich hab seit Freitag die Bestätigung, dass ich meine Ausbildung bestanden habe. :) Das Lernen, das Arbeiten und der Stress hat sich gelohnt! Und durch diesen meeegamäßigen Motivationsschub hab ich ein bisschen was für die Kurzgeschichte geschrieben.
Ich hab wieder mehr und mehr an meinen Blog gedacht und daran, dass es ja auch noch einen Geburtstag zu feiern gibt! Denn Gedankenflöhe wurde 1 Jahr alt. Jaa das erste Jahr soll angeblich das schwerste sein, dass habe auch ich bitter in Erfahrung gebracht. Aber jetzt bin ich wieder da und habe Zeit hier wieder ein bisschen Mitzumischen und ich bin nicht müde euch von neuen Dingen, meiner Zukunft, neuen Bands und neuen Ohrwürmern, neuen Konzert und nicht zu vergessen neuen Kurzgeschichten zu erzählen. Also genug Trommelwirbel finde ich... Vorhang auf für Teil 11




Ich lauschte der Stille im Gang und dem Klopfen meines Herzens.
Das letzte, was ich jetzt gebrauchen kann, ist mit einem der beiden zusammenzustoßen. Ich hörte, wie sich Schritte näherten und deshalb flüchtete ich in einen leeren Klassenraum. Ich wartete dort 10 Minuten und sah vom Fenster aus, wie der Schulhof sich langsam näherte.
Ich musste in meinen Kurs und der Raum hier wird auch bald zum Kurs.
Ich stand auf, ging raus und wollte den Klassenraum verlassen, als ich im Flur mit Hanna zusammenstieß. Meine Tasche knallte runter und alle meine Sachen verteilten sich auf dem Flur.
Ich seufzte und fluchte laut, sodass sich schon einige Schüler glotzend umsahen.
„Ist doch kein Problem, wir sammeln das im nu auf.“, sagte Hanna gut gelaunt.
Mein Instinktes Radar für Liebende sagte mir, dass ihre gute Laune mit Steven zu tun hat.
„Ach, ich bin einfach total müde. Ich brauch dringend nen Kaffee.“, sagte ich genervt, als ich mein Kleingeld vom Boden fischte.
Mein Portemonnaie war so dick, das es beim Fallen einfach aufgegangen ist. Ich sag nur Karten horten, eine nervige Angewohnheit, die ich irgendwie nicht richtig ablegen kann.
Als ich fast fertig mit einsammeln sah, hielt mir jemand seine Hand in meinen Blickwinkel.
„Du hast da was vergessen.“, hörte ich nur Lenas gereizte Stimme.
Scheiße! Ich sah auf und in Ihrer Hand lag das Foto. Das Foto, was David von uns auf dem Dach der Schule gemacht hat zum Abschluss unserer Fragerunde.
Ich schluckte und riss mich letztendlich zusammen.
„Hey, danke, das ist total nett von dir.“ Ich nahm vorsichtig das Foto aus ihrer Hand ohne sie anzusehen.
Ich tat ahnungslos. Denn theoretisch wusste ich nichts von ihrem Streit oder dem angeblichen Kuss.
„Gern geschehen.“, sagte sie verbissen und ging weiter.
„Was ist denn in die gefahren?“, sagte Hanna verwundert und reichte mir mein Geschichtsbuch.




Hanna tendierte auch stark zu Kaffee, weshalb wir nun endlich einen kurzen Stopp in der Cafeteria machten. Die Frauen der Cafeteria hatten Gott sei Dank schon zwei Kannen fertig gekocht und als ich endlich eine heißen Kaffee im Pappbecher in der Hand hielt, fühlte ich mich gleich ein bisschen besser.
„Du bist so still, alles okay mit dir?“, fragte Hanna, während sie an ihrem Kaffee nippte.
„Jap, alles gut, hab nur schlecht geschlafen, die letzten Tage.“ Ich trank ebenfalls einen kleinen Schluck und verbrannte mir damit glatt die Zunge.
„Naja, das war ja auch mal ne mega Party, wenn du mich fragst. Sowas hab ich echt noch nie gesehen und du?“ Ich schüttelte den Kopf, mein Mund stand gerade in Feuer vom Kaffee.
„Aber schon krass, so dass alles, die Spiele, das Essen, der viele Alkohol. Ich frage mich, wie sich diese Feiern immer finanzieren.“, überlegte ich laut.
„Steven hat mir erzählt, dass Simons Vater wohl ziemlich viel Geld hat und er den größten Teil finanziert.“
„Ja, das hat mir David auch erzählt, aber trotzdem wirkt es irgendwie unvorstellbar.“
„Was haben wir jetzt eigentlich?“, fragte mich Hanna und sah auf die Uhr.
„Bio. Wir fangen an mit Evolution.“, sagte ich. Gestern ist mir meine Tasche runtergefallen, da habe ich beim Aufheben einen kurzen Blick in mein Biologiebuch geworfen. War gar nicht so langweilig, wie ich es erwartet hatte. Eigentlich war es sogar ganz interessant.
„Und wo?“, Hanna schien von der Unterrichtsaussicht nicht so begeistert zu sein, wie ich.
„Puh ich glaube Raum 106 im Wissenschaftstrakt.“
„Alles klar. Lass lieber rüber gehen, ich habe keine Lust am Ende vorne sitzen zu müssen.“
 
Tja wir saßen nicht vorne. Da haben wir Glück gehabt. Aber wir saßen auch nicht in der letzten Reihe. Wir saßen in der zweitletzten Reihe und zwar vor na, wer weiß es? Richtig… vor David und Simon.
Die Wissenschaftstische waren zwei 2er Tische, und das pro Seite. Ergo eine Reihe bestand aus 8 Leute, wo in der Mitte eine Lücke war.
Ich saß am Fenster, was mir gut gefiel, weil ich beobachten konnte, wie sich der Tag langsam mit Wolken verhing und es dann begann zu regnen.
Neben mir saß Hanna und dann Steven und sein Kumpel Lukas.
Lukas war ziemlich erkältet, das merkte man auch jetzt noch. Deswegen war er Samstag nicht dabei gewesen, was er nur wieder und wieder bedauern konnte. Er war ein ziemlicher Klassenclown, er alberte während der Pause die ganze Zeit mit Hanna und mir herum.
Das entging auch nicht David der hinter Hanna saß.
Direkt hinter mir saß Simon, welch Freude. Neben David saßen noch Viktor und Paul.
Zwei Jungs, die zwar irgendwie immer dabei waren, aber mir bis jetzt nie wirklich aufgefallen waren.
Womöglich weil ich erst langsam alle Namen aus meiner neuen Klasse draufhatte.
Unsere neue Biolehrerin Frau Schulte begrüßte unseren Kurs und erklärte die Unterschiede zwischen dem LK und unserem Grundkurs, die Themen und welch Unterschied es zwischen P4 und P5 gab.
Ich musste das Fach als P5 wählen. Ich hatte die Wahl zwischen Englisch, Mathe und Biologie und da war Biologie wohl das am wenigsten schlimme Übel.
Meine Gedanken schweiften langsam ab. Ich schaute in den Regen und versuchte mir langsam klar zu machen, wo ich jetzt stand. Ich hatte anscheinend mich mit David geküsst und ich wurde betäubt worden und Lena hasst mich und mein Blick schweifte zu Hanna, die ihre Hand langsam über Stevens Arm strich. Anscheinend läuft da was mit Hanna und Steven und meine Zunge schmerzte noch immer vom heißen Kaffee. Ich hatte mir selbst Blut abgenommen, weshalb mein Arm ebenfalls schmerzte.
Während der letzten halben Stunde drehten sich meine Gedanken im Kreis.
Es klingelte und ich räumte so schnell es ging meine Sachen zusammen. Ich hatte jetzt Englisch und musste leider das Gebäude wieder wechseln und das in 5 Minuten.
„Danny?“ Ich sah auf und mein Blick verfing sich mit Davids.
„Hmm?“, machte ich nur und versuchte einfach so zu sein, wie immer.
„Hast du heute Abend schon was vor?“ Ich merkte wie die Mädels in der Reihe vor uns sich zu unserem Gespräch umdrehten.
„Ähm, du meinst außer schlafen?“, fragte ich etwas verwirrt. Morgen war schließlich wieder Schule.
„Ja vorm Schlafen sozusagen.“
„Naja ich muss… „ ich hielt inne. „Ich hab nichts vor.“ Grinste ich und strich mir über den Nacken. Lügen war eigentlich mein Ding.
„Gut, dann bis später.“, sagte er und schwang seine Tasche um die Schulter.
„Ähh, was?“ fragte ich noch, da war er aber schon auf dem Weg Richtung Flur.
Ich schaute Hanna verwirrt an.
„Anscheinend hast du ein Date.“ Sie zuckte locker mit den Schultern und grinste.
Ich sah verblüfft aus.
„Was hast du jetzt?“ fragte sie.
„Englisch“, antwortete ich entgeistert. „Ich hab kein Date.“, widersprach ich dann.
„Cool, ich hab auch Englisch. Auf geht’s, bevor du noch nen Schlaganfall kriegst, du bist ganz weiß.“ Sie lachte.
„Ich krieg keinen Schlaganfall und ich hab kein Date.“
Steven umarmte Hanna kurz und ging dann zu seinem Mathekurs. Wir machten uns auf den Weg Richtung Englischkurs.
Hanna seufzte „Wie du meinst, aber was wäre denn so schlimm, wenn es eins wäre?“
„Ich weiß nicht. Sowas ist einfach nichts für mich.“, sagte ich verstört.
„Wie sowas? Meinst du Liebe? Jungs? In der Woche verabredet sein?“
„Jungs?“, fragte ich etwas einfältig.
„Hey, ich urteile nicht, aber in mich brauchst du dich nicht vergucken. Kein Interesse.“ Sie zwinkerte mir zu.
„Ich stehe nicht auf Frauen. Oh Mann. Ich bin einfach kein Typ für Dates.“, wir drängelten uns durch die unteren Klassen. Furchtbar. Eine Lautstärke wie auf dem Bahnhof. Normale Lautstärke müssen die wohl noch erst lernen.
„Warum nicht? Also Probleme mit Liebe?“, sie sah sich stirnrunzelnd um. Die Kinder ließen uns so gut wie gar nicht durch und ich fragte mich langsam, ob wir es pünktlich schaffen würden.
„Naja, ich sag mal, die Liebe liebt mich nicht. Für mich ist sie mehr Schmerz als Freude. Für einen Menschen Gefühle zu entwickeln, bedeutet auch immer verwundbar für diesen zu sein.“ Ich musste an meine Mutter denken und daran, dass ich sie noch immer vermisste und dieser dumpfe Schmerz in meiner Brust wohl nie ganz weichen würde.
Hanna sah mich lange von der Seite an, nachdem wir an den 5. Klässlern vorbei waren.
„Ok.“, sagte sie schließlich nur. „Wenn du mal jemanden zum reden willst, ich bin ein Mädchen und kann zuhören.“
„Ich weiß. Dafür danke ich dir auch. Aber momentan gibt es nicht, worüber ich gerade reden will.“
Hanna nickte nur.
„Obwohl eine Sache gäbe es. Was läuft da zwischen dir und Steven?“, fragte ich jetzt neugierig.
„Naja da läuft schon was. Man kann es nur noch nicht wirklich definieren.“ Sie grinste breit und ich knuffte sie in die Seite.
„Das ist toll, wenn du dich freust, dann tue ich das auch.“
Hanna hakte sich grinsend bei mir ein und wir schlenderten Richtung Englischkurs. Es klingelte, aber trotzdem schafften wir es noch vor dem Lehrer in den Klassenraum.


Zu Hause war ich ein unruhiges Nervenbündel. Nachdem ich für meinen Vater, bevor er zur Nachtschicht aufbrach, Lasagne gekocht habe (komischerweise Davids Lieblingsessen) habe ich das Geschirr abgewaschen und die Gabeln extra gründlich poliert. Dennoch war ich aufgekratzt. Zum Aufgaben lösen für die Schule war ich viel zu nervös und mein Zimmer hatte ich bereits in Ordnung gebracht. Ich wusste nichts mit mir anzufangen. Ich schnappte meinen Stapel „Edgar Freecards“ und begann damit meine Zimmertür zu bekleben. Ich liebte diese kleinen Karten, die man kostenlos in jeder Disco, jeder Tanzschule und jedem kleinen Cafe ergattern konnte. Die Sprüche zauberten immer ein Lächeln auf mein Gesicht und dieses routinierte Bekleben machte mich etwas ruhiger und ich fing an mich zu fragen, warum ich so unruhig war. Ich wusste, wenn mir David egal wäre, wäre ich mit Sicherheit nicht so nervös. Gedanken wie diese machten mich nur noch unruhiger.
Ich seufzte.
Als ich gerade einen Streifen Tesafilm über das Messer zog, um es abzutrennen, klingelte es.
Ich zuckte zusammen, als wäre mir nicht bewusst, dass sich heute Besuch angekündigt hatte.
Dummerweise trennte ich durch den Schreck nicht nur Tesafilm, sondern auch ein Stück meiner Haut mit dem Finger ab und es fing sofort an zu bluten.
„Scheiße!“, stöhnte ich und rannte die Treppe runter Richtung Küche, holte mir ein Geschirrtuch um es dann um meinen Finger zu wickeln.
Es klingelte ein weiteres Mal.
„Ich komme.“, brüllte ich.
Dann lief ich zur Tür und zog sie mit der linken Hand auf, etwas ungelenkig.
„Hey.“, David grinste über beide Ohren, als er mich sah, um dann kurz danach die Stirn wieder kraus zu ziehen.
„Danny, was hast du gemacht?“ Er kannte mich zu lange, um die Zeichen nicht zu erkennen.
„Ach, frag nicht. Hast du Hunger? Ich hab noch nen Rest Lasagne da.“
„Also für deine Lasagne bin ich immer zu haben.“
Wir schlenderten Richtung Küche und ich schnappte mir erst mal ein Pflaster aus unserem Apothekenschränkchen in der Speisekammer. Als ich wieder in die Küche kam, hatte sich David schon einen Teller geschnappt und die Lasagne aus dem Backofen geholt.
„Ok, bedien dich.“, sagte ich gelassen und setzte mich ihm gegenüber.
„Sorry, Macht der Gewohnheit. Hier sieht es wieder aus wie früher.“
„Nein schon ok, aber damit bist du zum Teil selbstständiger als mein Vater und damit hatte ich nicht gerechnet.“ Ich lachte.
Er begann zu Essen und ein Moment der Stille entstand, während wir uns ansahen.
Es gab so vieles was ich ihn fragen wollte. Einen Moment überlegte ich, ob ich es nicht einfach tun sollte, schließlich waren wir mal die besten Freunde, aber dann wusste ich nicht, wie ich das ganze anfangen sollte.
„Na, was grübelst du so?“, ich schaute ihn lange an. Dann nahm ich allen Mut zusammen.
„Ich glaube mir hat jemand am Samstag etwas ins Glas getan.“
David hörte prompt auf zu essen und schaute mich an.
„Was?“, er sprach leise, aber ich merkte an seiner Stimme, dass das große Entsetzen nur gespielt war.
„Und ich glaube auch, dass du weißt wer es war.“, gab ich leise hinzu und sah ihn herausfordernd an.
Ich konnte mich nicht in jemanden verlieben, der mich von Anfang an belog. Also musste ich erst wissen, was am Samstag passiert ist, um dann zu entscheiden, ob ich ihm vollkommen vertrauen konnte.
„Wieso glaubst du das?“, fragte David dann. Gegenfrage. Nicht gut.
„Ich war beim Arzt, der meinte, ich habe bestimmt Drogen im Blut gehabt, nur konnte man das leider nicht mehr nachweisen, weil es zu lange her ist.“ Gelogen.
„Du warst beim Arzt?“, fragte er erstaunt.
„Mir ging es das ganze Wochenende schlecht. Ich dachte schon, ich hätte mir was eingefangen.“ Gelogen. Langsam wurde ich besser im Lügen.
Er seufzte tief.
„Jaa, jemand hat dir wohl was ins Glas getan. Das war mir am Samstag auch sofort in den Sinn gekommen, als du am tanzen warst. Aber ich weiß nicht, wer es war. Das schwöre ich.“
„Aber du weißt, von wem der unerwünschte Zusatzinhalt meines Glases kam?“
„Ja.“
„Du wirst es mir aber nicht sagen?!“, sagte ich etwas lauter.
„Ich kann nicht. Hör mal Danny, ich mag dich wirklich sehr gerne, aber… ich kriege wirklich Ärger, wenn ich zum Maulwurf werde und vor allem will ich dich da nicht mit reinziehen. Glaub mir einfach, dass ich mit der Person gesprochen habe, dass derjenige so eine Scheiße nie wieder abzieht. Keiner soll etwas in den Drink bekommen, der das nicht selber möchte.“
Ich sah an die Decke und überlegte. Er war vollkommen ehrlich und das fand ich super. Keine Lügen.
Er nahm meine Hand in seine.
„Bitte, Danny, hass mich nicht. Ich sage dir das, damit du dir keine Sorgen machen musst. Ich kümmere mich darum und dir passiert nichts mehr. Du musst sogar nie wieder mit auf eine dieser Partys gehen, wenn du nicht möchtest, aber zwing mich nicht zu sagen, wer so Assi war. Ich heiße das überhaupt nicht gut, aber ich bin kein Verräter.“ Langsam strich er mir mit dem Daumen über die Hand. Ich sah lange auf unsere Hände und überlegte, ob ich ihm glauben konnte.
„Hast du schon mal…“, fragte ich vorsichtig.
„Nein! Keine Drogen… nie. Ganz ehrlich? Mir ist mein Führerschein viel zu wichtig für so ne Scheiße.“
Ich sah weiter auf unsere Hände und nickte, dann sah ich ihn an und in seinen Augen schimmerte ein wenig der Schmerz, dass ich ihn nicht verzeihen würde.
„Ok. Ich glaube dir und durch unsere Freundschaft hast du einige Bonuspunkte, die du damit ausgleichen kannst, aber tu bitte das nächste Mal nicht so, als wäre ich eine totale Säuferin. Das ist nicht lustig und das weißt du auch.“
Er nickte und grinste dann breit. „Heißt das du verzeihst mir?“, sein Grinsen erreichte jetzt auch seine Augen.
Ich seufzte. „Iss deine Lasagne.“, sagte ich nur.
Er grinste immer noch, als er meine Hand frei gab und sich den nächsten Happen Lasagne in den Mund schob.
„Was machen wir jetzt eigentlich?“, fragte David nachdem er seine Portion verputzt hatte.
„Keine Ahnung, du kamst doch unangemeldet hier rein geschneit.“
„Naja unangemeldet, ich hatte dich heute vorgewarnt.“ Er zwinkerte.
„Wann bist du eigentlich son Casanova geworden, hmm?“ Er hörte auf zu Grinsen und ich begann zu lachen.
„Los komm, ich mach ein bisschen Musik an und wir hauen uns aufs Sofa. Vielleicht fällt uns dann mehr ein.“, grinste ich.

In meinem Zimmer schaltete ich dann meine Stereoanlage ein und ließ den USB-Stick mit meiner Lieblingsmusik abspielen. Die Bands waren keine, die oft im Radio kamen.
Ich fletzte mich aufs Sofa, während David durch mein Zimmer schritt und sich meine Postkarten und Fotos ansah. Er blieb an einem Foto von mir und meiner Mum hängen, da waren wir auf einem Open Air Konzert und wir beide sind am Lachen und die Sonne strahlt im Hintergrund. Es war ein perfekter Moment. Damals glaubte ich noch, dass alles wieder gut wird und sie ihre Therapie gemeistert hat.
„Mein Dad hat das Bild gemacht.“, sagte ich nur und grinste. Es war ein echt schöner Tag gewesen.
Auf einem anderen sieht man Fiona, Yvonne und mich auf einer Party. Es war in den Sommerferien letztes Jahr. Ich war für eine Woche hier gewesen, um Fiona mal wieder zu sehen und etwas Spaß zu haben. Zu dem Zeitpunkt war ich bereits 7 Monate mit meiner Mutter in der Entzugsklinik und die Therapeuten sagten mir in der Woche davor, dass meine Mutter auf dem guten Weg der Besserung wäre.
„Ich dachte du besitzt keine hohen Schuhe? Wo war das?“
„Haha. Das waren nicht meine Schuhe, sondern Fionas, ich war eine Woche hier letztes Jahr und hab sie besucht. Das war im Filmriss.“, sagte ich lässig.
„Du warst hier? Eine ganze Woche?“, David drehte sich zu mir um.
„Naja, ja ich hab eine Auszeit genommen von der Klinik, den Leuten. Meiner Mum schien es besser zu gehen… und“
„Warum hast du mich nicht besucht? Oder dich bei mir gemeldet?“, er kam in großen Schritten zu mir und setzte sich neben mich.
„Ich wollte es zuerst machen. Aber ich hatte dann Angst. Keine Ahnung. Ich dachte einfach…“
„Ich hätte dich gerne gesehen. Was ist mit uns passiert? Wir waren doch mal beste Freunde? Du hast mit mir Rülps- Wettbewerbe gemacht."
„Ey, alter, dass du da immer noch drauf rumreitest.“ Ich lachte, dann wurde ich wieder ernst.
„Ich denke das Leben ist uns passiert. Das kommt vor.“, ich lächelte matt.
„Das Leben ist doch scheiße.“ Er griff nach meiner Haarsträhne und wickelte sie um seinen Finger.
„Ohne dich, wäre ich jetzt nie so selbstbewusst, wie ich jetzt bin. Ich wäre wohl kein Casanova.“ Er grinste und betrachtete seinen Finger mit meiner Haarsträhne um seinen Finger.
„Du bist kein Casanova. Du benimmst dich nur manchmal so.“
„Ach nein?“
Ich schüttelte den Kopf und grinste.
„Du hast mir gefehlt. Deine sarkastischen Sprüche, deine ehrliche Art, deine superschönen blauen Augen…“ Ich boxte ihn.
„Schleimer.“ David boxte mich sanft in die Seite und nahm mich dann in den Arm und legte sein Kinn auf meinen Kopf. Erst drückten wir uns wie früher als Kinder. Wie man seinen Papa drückt oder eben seinen besten Freund.
Dann aber hielt er mich irgendwann nur noch sachte im Arm und ich traute mich nicht mich aus der Umarmung zu befreien, weil es sich einfach schön anfühlte. Warm und geborgen.
Unsere Wangen berührten sich. Seine Atmung traf meinen Hals. Es gab keine Stelle an meinem Körper, die nicht mit Gänsehaut überzogen war.
Langsam strich seine Wange meine entlang, fuhr über meinen Wangenknochen, der ihn zu meinem Mund leiten würde. Mein Herz schlug schnell, viel zu schnell. Leicht öffnete ich die Lippen und schloss die Augen. David neigte den Kopf, strich über meinen Mundwinkel. Meine Atmung wurde zittrig. Und dann spürte ich seine Lippen, die ganz behutsam meine berührten.  

Sonntag, 29. März 2015

Einfacher davon zu laufen

Hallihallo Ihr Lieben,

ich weiß, das hier ist längst überfällig. Ihr ward euch vermutlich nicht sicher, ob ich mal wieder auf der Bildfläche erscheine oder ob mein Blog einer von anderen 10.000 im Internet sein wird, der einfach stillgelegt wird. Tja, ich kann euch sagen, ich war mir da selbst nicht so sicher.
Nicht das ich keine Lust mehr habe, zu schreiben und mir weitere Gedanken über Dinge zu machen, aber es fehlt manchmal einfach die Zeit und auch die Lust aktiv an diesem Blog zu arbeiten.
Man hat viel zu tun. Ich habe Ende April meine Abschlussprüfung und bin viel am lernen.
Nebenbei schreibe ich Bewerbungen, da ich mich dafür entschieden habe, einen neuen Weg zu gehen.
Da kommt es manchmal zu kurz, mal wieder ein paar Zeilen hier rein zu schreiben.
Tja dann vergisst man das eine Woche, dann zwei und plötzlich sind es 3 Monate.
Irgendwie fängt man langsam an, das Problem, was vor einem liegt zu ignorieren.
Und du murmelst jedes Jahr neu an Silvester die wieder gleichen Vorsätze treu in dein Sektglas und Ende Dezember stellst du fest, dass du Recht hast, wenn du sagst, dass du sie dieses Jahr schon wieder vercheckt hast.
Ich bin leider ein Typ, der vor Problemen manchmal davonläuft. Ich bin da gewiss nicht stolz drauf, aber es gehört nunmal zu meinem Charakter und so muss ich lernen damit umzugehen.
Jeder kennt so eine Situation bestimmt.
Einfach mal den Arsch hochkriegen. Anfangen anzufangen.
Hört sich leicht an, ist es aber manchmal gar nicht.
Ich weiß der Anfang anzufangen ist hart, denn manchmal kommt man nicht an Start.
Mein Problem ist nicht nur, dass ich keine Zeit habe, sondern auch zum Teil Geschichten zu beenden.
Ich weiß genau, wie meine Geschichte enden soll. Das ist fest auf meiner Festplatte eingespeichert, aber das dazwischen... manchmal nehmen Geschichten selbstständig eigene Abzweigungen, was einem dann in nachhinein auch nicht mehr ändern kann, weil ich es ja auch hier immer zeitnah veröffentlichen will. Also sitz ich da und ignoriere mein Problem.
Weil das einfacher ist. Es ist einfacher davon zu laufen. Gras drüber wachsen zu lassen und nicht mehr darüber nachzudenken.
Das Problem mit Problemen ist nur: Sie holen einen irgendwann wieder ein.
Nicht unbedingt morgen oder in einem Jahr. Vielleicht bereut man sie erst im späten Alter. Aber irgendwann wird man sie bereuen.
Also hab ich mich jetzt gegen das bereuen entschieden und einfach mal mit euch darüber zu reden.
Denn ich denke, ihr kennt das und versteht das.
Man muss lernen die Herausforderungen, die man sich selbst oder das Leben einem stellt, anzunehmen und versuchen sie zu bewältigen.
Also liebe Leute, kümmert euch um eure Vorsätze für 2015 oder für das was ihr in eurem Leben gerne machen oder haben wollt. Denn es wird niemand anderes für euch tun und dann werdet ihr nie das bekommen, was ihr wollt und das wäre doch schade, oder?

Eure Saphirblau

Freitag, 26. Dezember 2014

Verspätete Weihnachtspost

Hallihallo Ihr Lieben,

ich wünsche euch allen nachträglich schonmal ein fröhliche Weihnachten und falls ich es wieder vergesse: ein frohes neues Jahr 2015.
Und da es schon lange in meinem Freundeskreis Tradition ist sich lustige Videos von Elf yourself und andere lustige Kurzfilmchen zu schicken, möchte ich euch das lustigste von diesem Jahr nicht vorenthalten.
Es geht um einen kleinen Tannenbaum... der Rest spricht für sich selbst :D
 
Gemein oder? Ich musste erstmal 2 Minuten beherzt lachen, weil dieser kleine Tannenbaum es echt faustdick hinter den Ohren hat. So viel zum Thema: Beurteile das Buch nicht nach seinem Äußeren.
Ich fands einfach lustig und ich denke jeder kennt solche Menschen, die einfach nur hinterf***ig sind. Jeden um den Finger wickeln, aber alles nur für sich selbst tun. 
Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht!
So aber es ist, viel mehr war, ja Weihnachten, das heißt genießt die Zeit mit euren Liebsten und ich hoffe das schenken hat euch mehr Spaß gemacht, als das beschenkt werden.
Ich liebe es, wenn man genau das gefunden hat, worüber derjenige sich freut und es dann aufmacht.
Das Strahlen in den Augen das leichte Lächeln, um die Mundwinkel...
Ist immer viel schöner als ein neues Armband oder eine Wii (Meine Geschenke dieses Jahr :P)
Naja falls ich wieder vergesse euch weiter zu berichten:
Frohes neues jahr 2015 schon einmal von mir!

Eure Saphirblau 

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Teil 10: Auf anderen Wegen



Hallihallo Ihr Lieben,

ohne großer Worte, denn ich will ins Bett :D
Ein neuer Teil meiner Kurzgeschichte. Viel Spaß beim Lesen.
Genießt den dritten Advent, Kekse, Glühwein und Schmalzkuchen ;)

Eure Saphirblau

Der Gedanke ließ mich beim Anziehen und Haare föhnen nicht ganz los. Aber ich versuchte, es erst mal aus meinen Gedanken zu verscheuchen. Ich wollte David gerne fragen, kannte mich aber gut genug um zu wissen, dass ich vor ihm letztendlich den Mut verlieren würde.
Ich brauchte einen Plan.
Ich schloss die Tür auf und hörte beim Rausgehen David mit seiner Mutter lachen. Ich lächelte, ging in den Flur und lehnte mich an den Türrahmen zur Küche. Ich musste mir das Lachen verkneifen. Anne, Davids Mutter hatte wohl den Kochlöffel in den Topf mit der Soße fallen lassen, wodurch ein paar Spritzer von der Soße in ihrem und Davids Gesicht gelandet waren. Aber das schien sie beide nicht zu stören, denn sie lachten sich bloß schlapp. Ich rührte mich nicht und betrachtete nur, wie die beiden miteinander lachten. Doch irgendwann entdeckte mich Davids Mutter.
„Danny! Wie schön dich endlich mal wieder zu sehen. Entschuldige das Chaos hier.“ Sie wischte sich Tränen aus den Augenwinkeln und kam auf mich zu, um mich kurz in den Arm zu nehmen.
„Kein Problem, Frau Bergmann. Ich bin ja schließlich irgendwie mit dem Chaos groß geworden.“
Ich grinste und betrachtete ihr bekleckertes Gesicht. Sie sah hübsch aus. Sie hatte lange blonde Haare, die zu einem Pferdeschwanz geflochten waren. Dunkelgrüne Augen und kleine Fältchen, um die Mundwinkel. Sie sah so fröhlich aus, wenn ich an damals denke, im Gegensatz zu der Zeit, in der sie noch mit Herrn Bergmann zusammen war, ist sie lockerer und entspannter geworden und das machte mich glücklich.
„Ach, was soll diese Förmlichkeit, nenn mich Anne“, grinste sie.
„Ok, Anne.“, ich grinste ebenfalls.
„So jetzt machen wir mal diese Sauerei weg.“, sie ging zur Spüle und organisierte einen Lappen.
David kam rüber und piekte mich in die Seite. Ich schaute ihn fragend an.
„Alles okay?“, fragte er.
„Ja klar, was soll sein.“ Ich lächelte ihn an und wischte mit dem Finger etwas Soße auf.
„Du siehst ja lecker aus.“, ich lachte und leckte die Soße vom Finger.
„Ach, du aber auch. Heißes Shirt.“ Ich wurde knallrot und streckte ihm instinktiv die Zunge raus. Ich trug ja schließlich SEIN Madsen- Shirt.
Er bekam so ein verschmitztes Lächeln und hatte dabei so einen intensiven Blick. Ich wich seinem Blick aus. Und zwang meine Gedanken auf Lena zu lenken, seine Freundin.
„Ok, brauchst du noch Hilfe, Anne?“, ich drehte mich zu ihr.
„Nein, soweit ist alles fertig, ihr könnt euch gern schon setzen.“
Das taten wir dann auch. Es gab Rinderrouladen mit Kartoffeln und es war unglaublich köstlich. Ich hatte ganz vergessen, wie toll Anne kochen konnte. Herr Bergmann hatte damals darauf bestanden, dass sie ein Kochkurs besuchte, damit sie ihn nicht vor Freunden und Arbeitskollegen nicht blamieren konnte. Tja, der Typ war halt ein unverbesserlicher Idiot.
Wir redeten die ganze Zeit beim Essen. Ein Tatbestand, den es damals, wenn ich mal beim Essen dabei seien durfte, auch selten gab. Es war richtig schön. Ich mochte Anne immer noch gerne. Sie war jetzt richtig entspannt seit der Scheidung.
„Danny?“, Anne holte mich aus meinen Gedanken. „Das mit deiner Mutter tut mir übrigens sehr leid.“ Ich nickte bloß. Ich konnte nichts sagen.
„Hat die Polizei eigentlich rausgefunden, wohin sie untergetaucht ist?“, fragte sie freundlich.
„Nein, sie gilt offiziell als vermisst. Ich denke auch nicht das sie wieder kommt.“
Jetzt war Anne, diejenige die nur nickte und jetzt war ich aber auch neugierig und mutig genug.
„Seit wann sind sie eigentlich von Herrn Bergmann getrennt?“
Sie lächelte. „Seit dem 1. Mai 2010. Nächstes Jahr schmeiße ich ne Party, du bist sehr gerne eingeladen, meine Liebe.“ Sie lachte.
Ich grinste. „Ok, abgemacht.“
„Weißt du, der Kerl war ein reiner Kontrollfreak. Schon immer. Das werdet ihr Kinder ja auch mitbekommen haben. Wenn man etwas falsch gemacht hat, hat er richtig cholerische Anfälle bekommen. Er hat mich nie geschlagen, das muss ich ihm zu Gute halten, aber als er mich einmal gegen die Tür geschubst hatte, weil ich Rotwein auf dem Teppich verschüttet hatte und mit ansehen musste wie David ihn eine reinhaut, war für mich der Augenblick da, wo mir klar wurde, dass ich einen Schlussstrich ziehen musste. Und wie du siehst, 4 Jahre später, geht es mir super.
Hab ihn vor die Tür gesetzt, mir einen neuen Job gesucht, mich finanziell etwas eingeschränkt und mir ging es nie besser.“ Ich lächelte.
„Sehr gut.“ Ich klatschte Beifall. Sie hatte unglaubliches Selbstbewusstsein bekommen.
„Ja und jetzt hol ich den Nachtisch, obwohl ihr beide ja schon süß genug seid.“
Wir grölten und verneinten das vehement, aber Anne lachte nur und ging in Richtung Speisekammer.
Ich schaute ihr hinterher. „Ich finde es toll wie glücklich sie ist. Das ist einfach toll.“
„Ich glaub, sie mag dich.“ Ich schaute ihn an und da war kein Sarkasmus in seinem Gesicht.
„Naja, wie kann man mich auch nicht mögen, ich zieh mich nicht gerade nuttig an und ich bin langweilig. Also der absolute Elternliebling.“ Ich lachte, sah ihn dabei aber nicht an.
„Du bist nicht langweilig.“ Er nahm meine Hand zwischen seine. Mein Atem ging schneller und ich schaute ihn an. Dann zog ich die Hand weg.
„Okay, Casanova, ich glaub Lena wäre von so einer Situation nicht begeistert.“ Ich zwinkerte ihm zu, um meine Aussage etwas aufzuhellen, aber dennoch stöhnte er, zog seine Hand aber ebenfalls weg.
„Hör zu, Danny, das mit Lena…“
„Soo ihr Lieben, da bin ich wieder.“, trällerte Anne fröhlich dazwischen. David verstummte. Und ich wischte alle Gedanken weg. Das Hirngespenst aus meiner morgendlichen Dusche ging mir nicht ganz aus dem Kopf, ich musste erst meinen Plan entwickeln, bevor ich David gegenüber irgendwelche Gefühle zeige.
„Vanilleeis mit Schokosoße. Danny möchtest du auch Sahne?“ ich atmete aus.
„Ja, ein bisschen.“, sagte ich dann zu Anne gewandt.
„Ähm Leute, ich setz aus, ich geh schnell duschen, damit ich Danny gleich nach Hause fahren kann, bevor ihr Vater noch unruhig wird.“ Er zwinkerte mir zu.
„Oookay, du hast Glück, dass ich ne coole Mum bin, sonst würde ich jetzt fragen, ob du Danny hierher entführt hast.“, fragte Anne ihren Sohn misstrauisch.
„Jaap, aber du bist ja ne coole Mum.“ Er stand auf, gab ihr nen Kuss und ging zurück in sein Zimmer.
Anne schüttelte den Kopf und stellte mich und sich eine Schüssel Eis auf den Tisch.
„Soo ein schlimmer Jung.“ Sie lachte leise und es war irgendwie ansteckend.
Dann schob ich mir einen Löffel Eis in den Mund, es schmeckte köstlich. Eine Woche hier wohnen und David müsste mich zur Schule rollen.
„Du weißt, dass David dich ziemlich gern hat? Ach, eigentlich hat er dich immer gern gehabt.“
„Ja, ich mag ihn auch. Er ist der beste beste Freund, den man haben kann.“ Ich lächelte.
„Nein, das meinte ich nicht. Er ist glaube ein klein bisschen verknallt in dich.“
Anne erinnert mich ein bisschen an die Mum aus dem Film Einfach zu haben.
„Nee, das glaub ich nicht. Er ist so gut wie vergeben, aber Psst das haben sie nicht von mir.“, flüsterte ich ihr zu. Wenn sie so direkt zu mir war, konnte ich das auch sein. Schließlich habe ich schon als Teenager mich immer gut mit ihr verstanden gehabt. Ich schob mir einen weiteren Löffel Eis in den Mund. Hmm, das war echt köstlich.
„Ach, meinst du die Lena? Gott, bewahre, das er wirklich was Ernstes mit ihr anfängt.“
Ich verschluckte mich an meinem Löffel und hustete erst einmal. Gott, das mit dem Essen und trinken musste ich mal besser üben. Anne lachte etwas, nachdem ich wieder Luft bekam.
„Was? Woher..“
Anne winkte ab. „Die hat er mir doch schon vorgestellt, die war schon ein paarmal hier. Hat nur ein paar Worte mit mir gewechselt und sind dann in sein Zimmer zum DVDs schauen gegangen.“ Das Wort DVD belegte sie mit Gänsefüßchen und ich wusste sofort was sie meinte.
„Okay, wenn das so ist. Warum glauben sie dann, er hätte Interesse an mir?“
„Ich bin seine Mutter, sowas merke ich einfach.“ Sie lächelte.
Manchmal vergaß ich, dass Anne eine Mutter war. So locker und entspannt, war sie damals auch schon gewesen, in den Tagen, wo Davids Vater auf Geschäftsreise war.
Manchmal vergaß ich, dass sie erst 36 Jahre alt war und dass sie für eine Mutter von einem erwachsenen Jungen, noch sehr jung war.
„Warum mögen Sie Lena nicht?“, fragte ich ablenkend.
„Ach, sie ist ein sehr hübsches, höfliches und freundliches Mädchen, aber sie passt nicht zu David. Ich wurde einfach nicht richtig warm mit ihr und ich hatte das Gefühl, Lena ist nur eine Art Trostpreis. Das David nicht so richtig verliebt in sie ist, aber was soll ich als Mutter sagen, er ist ein Kerl und sie hat bestimmt ihre Vorzüge.“ Dabei grinste Anne frech. Aha von ihr hatte David das freche Grinsen.
Ich zuckte nur die Schulter. Ich mochte nicht groß darüber nachdenken. Mein Leben war zurzeit voll mit genug Fragen und Müll. Wir löffelten ein paar Minuten leise unser Eis bis die Schüsseln leer waren.
„Und was ist mit dir?“, ich schob die Schüssel zur Seite.
„Was soll mit mir sein?“, fragte ich, obwohl ich genau wusste, was sie wollte. Ich wollte nur Zeit schinden.
„Naja, magst du David auch? Also mehr als nur Freundschaft.“
„Das ist kompliziert.“, antwortete ich bloß.
„Ist es das nicht immer? Aber aus kompliziert, kann auch schön werden.“
Ich stöhnte leise. „Vielleicht.“
„Bist du fertig?“, David kam in die Küche und rubbelte mit einem Handtuch sich die Haare trocken.
„Jap bin ich.“ Ich stand auf und Anne ebenfalls um mich nochmal kurz zu drücken.
„Danke für das super leckere Essen und das ich hier übernachten durfte.“
„Kein Problem, du bist hier immer willkommen, meine Liebe.“ Ich lächelte.


Am Montag auf dem Weg zur Schule hatte ich immer noch keinen Plan.
Ich steig aus meinem Opel Corsa und machte mich auf den Weg zur Aula. Ich war viel zu früh dran, aber ich konnte nicht gut schlafen und wenn ich eher da bin, konnte David mir auch keine komischen Fragen stellen.
Gestern im Auto hatte er mich gefragt, ob ich Freitag mit ihm ins Kino gehen würde, als Freunde. Ich sagte zu, ich wollte auch nicht unlocker sein. Vielleicht stellte ich mich auch an.
Ich war schließlich eine Frau. Wir interpretieren in alles und jeden immer viel zu viel rein und vielleicht war das jetzt auch der Fall. Doch nach dem Gespräch war ich gänzlich verwirrt.
Ein Teil von mir freute sich auch darauf meinen besten Freund wieder zu bekommen. Ein Teil von mir hatte die Witze und die Unterhaltungen mit ihm vermisst.
Ach zum Teufel. Ich sperrte meine Hormone wieder in Ihren Käfig und dachte weiter nach.
Gestern Abend hatte ich mir mit einer Spritze aus unserem Medizinschrank Blut abgenommen. Das war gar nicht so einfach. Ich habe zwar meinen Cousin schon ein paar Mal dabei beobachtet, wie er sich Insulin spritzen musste, aber da musste was rein in den Körper, ich wollte was raus haben.
Mit einem Gürtel hatte ich mir den Arm abgeklemmt und dann nach gefüllten Stunden eine Ader gefunden. Jeder Junkie hätte mich ausgelacht und jede Krankenschwester hätte mich geohrfeigt.
Das gehörte auch definitiv zu den Top Ten, der dümmsten Aktionen meines Lebens.
Aber ich wollte gerne einen Beweis haben. Mein Körper würde nach und nach alles Mögliche abbauen und deshalb brauchte ich einen Beweis. Ich hatte die kleine Spritze mit meinem Blut in meinem Nachtschrank verstaut und überlegte fieberhaft, wie ich einen Arzt erklären sollte, dass er es auf Drogen prüfen sollte. Nein, ich musste aufhören Sherlock Holmes zu spielen.
Das würde niemals gut gehen. Das war mir auch schon gestern Abend bewusst, aber ich wollte nicht untätig rumsitzen und was anderes viel mir nicht ein. Als ich an der Cafeteria vorbeikam, setzte ich mich auf eins der Sofas in einer der Sitzecken. Puuuh. Ich brauchte dringend einen Kaffee.
Aber die Cafeteria hatte gerade erst die Rollladen hochgemacht, das dauert wohl noch.
Meinem Vater hatte ich gesagt, dass ich noch für einen Test lernen müsste. Er schaute zwar stirnrunzelnd, dachte sich wohl, aber dass ich im Abschlussjahr wohl mal Gas geben wollte.
Also seufzte ich und holte meine Mathe Notizen raus. Am Wochenende hatte ich keine große Lust gehabt, die Aufgaben die wir zu Hause machen sollten nachzurechnen, also tat ich es jetzt. Das war auch eine gute Ablenkung von meinen irren Gedanken, die sich immerzu im Kreis drehten…

Als ich gerade an der letzten Aufgabe knobelte, hörte ich Stimmen im Flur. Doch ich ignorierte sie gleich wieder. Immerhin waren wir hier in einer Schule. Ich kratzte mich am Kopf und versuchte mich wieder auf die Aufgabe zu konzentrieren. Doch es ging nicht, ein Teil von mir wollte zuhören.
„Hör mir doch zu!“, das war David gewesen.
Was macht er jetzt schon hier? Bin ich nirgend mehr sicher.
Scheiße, mein Ding ist weglaufen und selbst darin bin ich irgendwie schlecht.
Ich seufzte und schob Block und Buch in meine Tasche zurück und versuchte noch 2 Minuten die Augen zu zumachen.
„Versteh doch, dass das alles irgendwie verändert hat.“ Wieder David.
Er stritt anscheinend mit jemandem.
„Ich muss hier gar nichts verstehen, sondern du musst verstehen, dass du einen Fehler machst!“ Lena.
Ich stöhnte. Ich wollte das alles gar nicht hören. Ich wollte nicht hier sein, sondern in meinem Bett, wo ich eigentlich hingehörte. Das war die Strafe für frühes Aufstehen.
Ich stand auf. Hier zu sitzen und zuzuhören, machte mich innerlich unruhig am besten ich geh zum Kaffeeautomaten auf der anderen Seite der Schule.
Der Kaffee war zwar nicht lecker, aber immerhin gab es da jetzt schon welchen.
Als ich aus der Cafeteria um die Ecke bog hielt ich inne und ging wieder um die Ecke zurück.
Natürlich! Natürlich standen sie vor dem Toiletten genau auf dem Flur, sodass ich dran vorbei musste, wenn ich zum Nebengebäude zurück wollte.
Scheiße, wann bin ich in diese komische Dreiecksbeziehung geraten?
„Lena, es tut mir leid. Aber ich will ehrlich zu dir sein, nur deswegen sag ich dir das. Nicht um dir weh zu tun. Das habe ich nie gewollt. Aber ich kann es nicht ändern.“
„Lügner! Natürlich hättest du es ändern können! Warum hast du sie geküsst?“
Mein Magen zog sich krampfhaft zusammen. Doch ich hörte weiter zu.
„Das war nicht geplant. Es tut mir auch leid. Aber es ist nun mal passiert, deswegen wollte ich es dir gleich sagen. Ich will kein Scheißkerl sein.“
„Zu spät.“, Lena schniefte. Ich schluckte.
„Lena, bitte, ich sag ja nicht, dass ich mich gleich trennen möchte, aber ich brauch eine Pause, um erst mal alles zu verarbeiten. Sie war halt plötzlich da und jetzt muss ich damit klarkommen.“
„Das sind doch alles Ausreden. Weißt du was, du kriegst deine Pause, dann wirst du erkennen, was du an mir hast, denn wir sind ein gutes Team und ich glaube an uns. Egal was du bei diesem lächerlichen Kuss mit Daniela empfunden haben solltest, das war eine Fata Morgana und das wirst du bald erkennen und dann David, dann wirst du noch wünschen, du hättest mich nicht aufgegeben. Denn lange werde ich nicht auf dich und deine Entscheidung warten, dann bin ich weg und du kannst sehen, wo du bleibst. Arschloch!“
Ich hörte ihre Absätze auf dem Boden klackern. Sie ging in die Mädchentoilette.
„Lena…“, sagte David noch geknickt.
„Verpiss dich.“, sagte Lena nur noch und knallte die Toilettentür zu.
Ich zuckte zusammen und versuchte zu begreifen, was gesagt wurde.

Freitag, 21. November 2014

Vergessen

Hallihallo Ihr Lieben,

jaa ich schäme mich. Lügen haben schöne Beine :D
Nein, verzeiht mir, aber ich hatte etwas Stress zur zeit wegen dem bevorstehenden Abschluss.
Also keine leeren Versprechungen mehr, ich schreibe, wenn ich es schaffe.
Denn eins ist mir in den letzten Wochen klar geworden:
That´s my hobby, baby! ;)
Ich hab zwar hin- und wieder an meiner Kurzgeschichte weitergeschrieben, aber noch ist es etwas wenig zum veröffentlichen.

Ich wollte stattdessen einen anderen Gedankenfloh in die Welt setzen.
Kennt ihr den Film Für immer Liebe? Er kam letzten Sonntag im Fernsehen.
Nein? - Dann mal ne kurzes Intro für euch:
"Paige und Leo sind frisch verheiratet, noch jung und sehr verliebt. Die beiden befinden sich auf der Heimfahrt in ihrem Auto und albern herum. Leo bleibt auf der verschneiten Straße stehen, um Paige zu küssen. Plötzlich taucht ein Lastwagen hinter den beiden auf. Der LKW-Fahrer versucht noch zu bremsen, jedoch gelingt das auf der eisigen Fahrbahn nicht und das Fahrzeug erfasst sie mit voller Wucht.
Als Paige im Krankenhaus ihr Bewusstsein zurückerlangt, sitzt Leo bereits vor ihr. Er hat den Unfall unversehrt überstanden. Doch als Paige ihre Augen öffnet und den gutaussehenden jungen Mann vor sich sieht, hält sie ihn für ihren Arzt. Ihr Ehemann ist schockiert und gleichzeitig verzweifelt, doch Paige hat all ihre Erinnerungen nach der High-School verloren. Leo versucht ihr zu erklären, er sei ihr Ehemann und dass sie ihn doch liebt, doch Paige kann sich daran nicht erinnern."

Der Film ist so naja, ganz süß, sehr realistsisch dargestellt, nacherzählt von einer wahren Story und ein guter Film für den Sonntag, wenn man mal nix im Fernsehen kommt.
Er ist nicht schlecht, aber eben auch nicht so richtig gut.
Und - ACHTUNG SPOILER - man hofft irgendwie den ganzen Film über, dass sie mit ner Bratpfanne wieder einen vor die Birne bekommt und Zack, sie weiß alles wieder.
Aber das ist das reale Leben, sowas passiert leider nicht in der Wirklichkeit -SPOILER ENDE-

Aber was ich mich den ganzen Film über gefragt habe, während ich auf das im Spoiler benannte gewartet habe, war: Wie scheiße muss das sein, nichts mehr zu wissen?
Ich bin erst 20 Jahre alt, hab aber schon Erinnerungen, Wünsche und Hoffnungen, die ich nie vergessen möchte. Es ist erschreckend, dass das von einer auf die andere Sekunde plötzlich alles weg sein kann. Zack. Lampen aus.
Man lebt und hat komplett vergessen wer man ist. Alles was einen ausmacht, alle Gedanken und schönen Erinnerungen sind weg. Ausgelöscht und du bekommst sie nie wieder.
Wie meine Kamera, die mir im Sommerurlaub mit 500 Bildern von Strand und Festival geklaut wurde, nur eben schlimmer. Meine Kamera ist weg, aber ich weiß alles noch. Es ist im Gedächtnis verankert. Es ist irgendwie da. Nur nicht immer greifbar.
Wenn ich mir alte Erinnerungsstücke anschaue, freue ich mich jedes Mal und denke an die vielen schönen Dinge aus meiner Vergangenheit nach. Das ist auch etwas, was mich wieder aufbaut, wenn ich mal traurig bin. Denn zu sehen, was man schon alles geschafft hat und was man erlebt hat, stärkt mich und mein Selbstbewusstsein immer wieder.
Gedächtnisverlust ist wie blind werden, du verlierst etwas wichtiges, was du zum Leben brauchst.
Unfassbar und unvorstellbar für mich.

Also liebe Leute, denkt an eure Vergangenheit und denkt an eure schönen Zeiten, falls ihr sie nicht mehr auf eurer Festplatte habt, werden sie euch bestimmt fehlen, glaubt mir ;)

Zum Schluss hab ich mal wieder ein neuen Künstler entdeckt, denn vielleicht noch ein paar von euch aus der Popstar Staffel von 2009 kannte, sie hat 2013 bei Bosse als Support gespielt, da gefiel sie mir schon gut. Jetzt hab ich sie mal wieder entdeckt und ihre Musik gefällt mir immer noch gut.
Viel Spaß beim Reinhören.

Eure Saphirblau




Donnerstag, 23. Oktober 2014

Hörst du die Sirenen?

Hallihallo Ihr Lieben,
so ich hoffe euch gefällt der letzte Teil meiner Kurzgeschichte gefallen.
Heute möchte ich euch ein bisschen was über die letzten beiden Konzerte aus den letzten beiden Monaten erzählen.

Und zwar war ich ja, wie bereits angekündigt erst mal am 4. Oktober auf dem The Fray Konzert in Köln und das war seeehr cool. Ich hatte mit einer Freundin ein ganzes Wochenende dort verbracht und das Konzert war dann noch der krönende Abschluss.
Meine Bilder sind nicht so toll geworden, wie die der Presse, deshalb davon mal eins, da könnt ihr gut sehen, wie Isaac Slade schon etwas abgeht. Also er kann beides ruhige und gefühlvolle Lieder wie „How to save a life“ and "You found me" am Piano spielen, als auch mit pep Songs rausschmettern, wie "Heartbeat" oder "Love don´t die" ;)
(Bei Gelegenheit hänge ich euch dazu nochmal ein Selfmade Video an ;))

Dann war ich noch bei Madsen zum 10- jährigen Jubiläum, um auch mal mitzufeiern und es war wie immer bei Madsen HAMMER! Ich war am Ende des Abend von oben bis unten durchgeschwitzt, es wurde gedanct und gepoggt bis zum abwinken und ganz zum Schluss man mag es kaum glauben:
Habe ICH den Drumstick gefangen! :)
Das Mädel vor mir hatte das Gitarren Plektrum gefangen und atmete nach dem Konzert ruhig aus und sagte nur: "Ach jetzt kann ich glücklich sterben!"
Und genauso fühlte ich mich auch. Es war ein heißer, witziger und beeindruckender Abend mit der 10 Jahre alten Band aus dem Wendland und ich würde es jedes Mal wieder machen.
Vor allem habe ich jetzt noch ein Bonbon für euch. Madsen spielte ein neues Lied von ihrem noch nicht erschienenden sechsten Album. Titel: Sirenen! Ich hab es für euch mal mitgefilmt, damit ihr euch den neuen Song auch mal anschauen könnt ;) Viel Spaß damit. Ich hoffe, ihr mögt ihn auch wenn es durch den Bass leider ziemlich rauscht.
 
So erstmal tuts mir leid, dass ich das mitten im Song drehe, dass ist eigentlich ein Todesurteil und ich hasse das selbst, aber als Sebastian so nah vor einem stand, wusste ich nicht mehr, wie ich mein Handy halten sollte :D Und dann singen die Jungs am Anfang "Biduu biduu" wie die kleinen Minions ;) Seehr lustig. Die Jungs sollten "Biduu" singen und die Mädchen Feuerwehrsirenen. Am Ende war es so nervig, wie das Geräusch von dem Auto in "How i met your mother! :D
Ich hoffe ihr mögt den Song, ich finde ihn ziemlich gelungen und freue mich schon riesig auf das 6. Album und damit auf die nächste Tour :)

Eure Saphirblau

Sonntag, 19. Oktober 2014

Teil 9: Hirngespenster

Hallihallo Ihr Lieben,

habt ihr mich vermisst? Ich bin auch mal wieder da :)
Und ich hab einen neuen Teil von meiner Kurzgeschichte im Gepäck.
Was ist die letzten Wochen passiert? Tja, eine Menge und ich möchte das nach und nach auch mit euch aufarbeiten. Ich war die letzten Wochen viel unterwegs. Erst auf Fortbildung, dann in Köln auf dem The Fray Konzert, von dem ich euch bald mehr erzählen möchte. Ich habe viele Gedankenflöhe in ICEs (wenn sie denn fuhren :D) und in freien Minuten gehabt. Dinge, die ich über mich selbst und andere Menschen neu gelernt habe und auch davon möchte ich euch bald mehr erzählen, aber eins nach dem anderen würde jetzt meine Mutti sagen.
Ich hab die letzten Stunden an meiner Kurzgeschichte geschrieben. Weil ich A einen neuen Geistesblitz hatte und B nach 3 Wochen Funkstille mit etwas interessantem wieder ankommen wollte ;)
Also genießt den nächsten Teil. Ich versuche jetzt wieder regelmäßig zu schreiben und wünsche euch eine schöne Nacht, denn auch kleine Möchtegern Blogger müssen mal schlafen :D

Eure Saphirblau




Das leise Krachen einer Schüssel im Hintergrund ließ mich zusammenzucken.
Ich drehte mich um und merkte langsam, wie ich wach wurde.
Wie der Schlaf still meinen Körper frei gab und mein Bewusstsein wieder an die Oberfläche beförderte.
 Wie die Sonnenstrahlen sich einen Weg durch die zugezogenen Vorhänge auf mein Gesicht bahnten und dort ein Gefühl der Wärme hinterließen.
Ich drehte mich um, damit ich mich wieder in meine Traumwelt flüchten kann, dort wo Träume wahr werden und alles war wie früher.
Ich seufzte. Ich war leider schon zu wach, um dort wieder einzutauchen, wo ich zuletzt gewesen war. Außerdem ist mir aufgefallen, dass ich nicht in meinem Bett lag. Nicht in meinem Zimmer. Ich war nicht zu Hause. Eigentlich müsste ich jetzt wie wild hochspringen, aber ich fühlte mich unendlich schlapp, sodass ein abrupter Aufstieg keine Option für meinen Kopf war. Ich öffnete langsam müde die Augen und die Umgebung bestätigte meinen Verdacht. Es ist schon komisch, dass der Körper sowas sofort spürt, wenn er fremd ist.
Ich drehte mich wieder um und sah auf dem Boden David liegen. Oben ohne. Was war hier los?
Er lag zwar auf dem Boden und ich in seinem Bett, aber trotzdem zog ich kurz die Decke hoch und erblickte mich in meiner Hose und meinem Top, was ich unter die Bluse gezogen hatte.
Puh, sah noch alles aus wie gestern, also ist wohl nix passiert. Mein Kopf wummerte etwas, als ich mich leicht aufsetzte, um mir meine Umgebung näher anzusehen. Wir waren in Davids Zimmer keine Frage. Es sah hier noch fast genauso aus wie früher. Die Starwars Poster und die Lego Steine waren weg und sind einem großen Spiegel und einem Schreibtisch gewichen.
Das Bett war mittig platziert und somit konnte ich den gesamten Raum überblicken. Links der Schreibtisch, daneben seine Kommode. Rechts der schlafende David, dahinter eine Tür zu einem kleinen Badezimmer und rechts neben der Tür zum Flur einen kleinen Fernseher.
Das Zimmer war nicht besonders groß, aber irgendwie gemütlich.
Seine Mutter und er sind nach der Scheidung in dieses kleine Haus am Rande der Stadt gezogen, weil es günstiger war, als das alte. Sein Vater zog weg. Mit Versagern gab der sich nicht ab.
Ich rieb mir übers Gesicht und schaute wieder zu David, der selig schlief. Er sah müde aus. Dicke Augenringe zeichneten sich in seinem Gesicht ab und sein Haar war komplett verstrubbelt. Irgendwie sah er niedlich so aus. So ruhig und friedlich, wie er dort lag. Meine Augen wanderten zu seiner nackten Brust auf der sich kleine Muskeln abzeichneten und fragte mich, wie sie sich wohl anfühlen würden, wenn man mit den Fingern darüber fuhr. Ich wandte den Blick ab.
Himmelherrgott! Niedlich? Immerhin hat er eine Freundin.
Ich rieb mir wieder die Augen. Wie kam ich überhaupt hier her?
Ich überlegte, doch ich erinnerte mich nicht. Ich ließ mich langsam zurück in die Kissen sinken, die nach David rochen und überlegte weiter. Ich wusste noch, dass erst Hanna und dann Lena eine Runde Longdrinks an unsere kleine Ecke gebracht haben und ich hab sie widerwillig getrunken. Ich war nicht partout gegen Alkohol. Mit meinem Vater trank ich manchmal auch zusammen ein Glas Wein. Aber alles in Maßen und gestern war bloßes volllaufen lassen. 
Ich merkte den Alkohol. Ich weiß noch, wie schwindelig mir war. Und das ich zuerst unglaublich gute Laune hatte. Mich angeregt unterhalten habe und dann… Dann war alles schwarz.
Scheiße, hatte ich so viel getrunken, dass ich nichts mehr weiß? Das ist genau das, was ich nie im Leben tun wollte. Wie konnte es soweit kommen? Ich kannte die Antwort eigentlich schon und schaute wieder zum schlafenden David. Am liebsten hätte ich laut aufgestöhnt über mich selbst. Aber ich wollte David ja nicht wecken.
Eifersucht ist die Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.
Suuper mir fallen immer die besten Songtextstellen in den passendsten Momenten ein.
Ich schaute einen Moment an die Decke und versuchte Puzzleteile von gestern zusammen zu setzten, als es wieder laut krachte und eine Frau fluchte. Bestimmt Davids Mutter. Sie war eine tollpatschige Frau, deswegen war kochen für sie immer eine Herausforderung. Aber dafür war sie hübsch, nett und die ehrlichste Person, die ich kannte. Ich mochte sie immer unglaublich gerne.
Ich hörte ein Rascheln auf dem Boden und dann sah ich wie David langsam in Boxershort aufstand und leise hinaus auf den Flur ging, um dann seine Mutter zu fragen, ob alles ok sei. Diese bejahte dies. Daraufhin kam er zurück ins Zimmer und ich war am überlegen, ob ich so tun sollte, als ob ich schlafen würde, aber dann empfand ich das als albern. Irgendwann müsste ich mich wohl letzter Nacht stellen. Egal, was ich getan habe, irgendwann werde ich es wohl erfahren.
Er kratzte sich am Kopf und sah mich an.
„Bist du wach?“, fragte er verwirrt.
„Wenn ich schlafen würde, könnte ich dir schlecht antworten, das ist dir schon klar.“, sagte ich belustigend. Damit hab ich ihn als wir Kinder waren immer aufgezogen. Dieses Haus war einfach ein riesengroßes Deja vu.
Er atmete geräuschvoll aus. „Wie geht es dir?“ Er kam zur Bettseite und setzte sich neben mich.
„Geht schon. Ich hab Kopfweh und mir ist etwas schlecht, aber nix was man mit Aspirin nicht aus der Welt zu schaffen wäre.“
Er sah mich an und erst jetzt sah ich wie kaputt er aussah. Als hätte er kaum geschlafen.
„Und dir? Du siehst ehrlich gesagt nicht besser aus, als ich mich fühle.“
„Ja geht so, du hast mich ziemlich wach gehalten gestern Nacht.“ Er wischte sich mit der Hand übers Gesicht und ich sah einen großen Schnitt auf der Innenseite der Hand.
„Was hab ich gemacht? Bring es mir lieber schonend bei.“, sagte ich leise.
David schaute mich an. „Du weißt nichts mehr?“, fragte er verblüfft.
Ich schüttelte den Kopf. Sein Blick verunsicherte mich noch mehr. Ich muss echt scheiße gebaut haben.
„Gar nichts?“, hakte er nach und hatte dabei einen intensiven Blick.
„Nein Mann, bitte was hab ich gemacht? Muss ich umziehen oder reicht ein Auslandsjahr?“
Er sah mich an und wirkte etwas zerknirscht.
„Nein, du warst nicht unmöglich. Etwas ungestüm und nicht ganz du selbst, aber nichts wildes, wovor du Angst haben musst.“
„Oookay.“ Ich zog das Wort in die Länge. „Woher hast du den Schnitt in der Handfläche?“
Er schaute auf seine Hand und seufzte.
„Ich hatte eine kleine Auseinandersetzung mit Tobias, der dann ne Bierflasche auf mich schlagen wollte.“ Er klang wütend und ballte die Hand zur Faust.
„Oookay.“, wiederholte ich wieder. „Wieso schlaf ich bei dir und nicht in meinem Bett? Ich meine dein Bett ist sehr bequem, aber dafür gibt es bestimmt einen Grund.“ Ich lächelte verlegen.
„Ich konnte dich nicht wirklich alleine lassen, du hast dich ab drei Uhr nur noch übergeben. Ich hatte schon Angst, du vertrocknest mir, weil du so viel… raus gelassen hast.“, sagte David vorsichtig.
„Oh mein Gott. Wie peinlich ist das denn? Scheeiße… Und du sagst, dass ich nicht das Land verlassen muss.“, Ich drückte die Hände auf meine Augen und versuchte mich zu erinnern, wie das passieren konnte, doch mir viel nichts mehr ein.
„Wie konnte das passieren?“, fragte ich unglücklich.
„Du hattest wohl zu viel getrunken.“, sagte David in einer komischen Stimmlage.
Ich nahm die Hände vom Gesicht und sah ihn an. Er spannte seinen Kiefer an und sah zum Fenster raus. Irgendein Gefühl tief in mir, sagte mir, dass er log oder dass er mir etwas verschwieg. Aber ich hatte nicht den Mut ihn darauf anzusprechen. Am Ende ist es eh egal. Ich war hier und hatte mich die ganze Nacht übergeben.
„Wo ist eigentlich meine grüne Bluse? Und deine Klamotten?“ Ich grinste.
Er sah mich wieder an und verzog das Gesicht. „Du hast erst dich selbst vollgekotzt und als ich dir die Bluse ausziehen wollte, hast du auch noch mich komplett vollgekotzt. Die Sachen sind jetzt in der Waschmaschine.“
Ich schaute ihn mit großen Augen an. Das war jetzt definitiv unter den Top Ten der peinlichen Momente. Manchmal war Gedächtnisverlust doch ganz gut.
„Du hast auf jeden Fall einen gut bei mir. Wie kann ich das je wieder gut machen?“, fragte ich und spürte wie ich knallrot anlief.
„Nein, das brauchst du gar nicht, du hast nicht wirklich was falsch gemacht.“
„Wie meinst du das?“ Ich legte meine Stirn in Falten. Er zögerte.
„Ich meine durch das Spiel und das die Mädels dich zu den Longdrinks genötigt haben, hattest du keine große Wahl gehabt.“
„Man hat immer eine Wahl.“, sagte ich entschieden und meine Gedanken schweiften zu meiner Mutter.
„Scheiße, mein Vater!“, fiel mir dann plötzlich ein und ich wollte aufstehen.
„Alles okay, es läuft alles nach Plan, Hanna hat ihn gestern Abend angerufen und gesagt, dass du bei ihr eingeschlafen wärst und das du heute Nachmittag dann wieder kommst.“ Er hielt mich an der Schulter fest.
„Plan?“, ich schaute ihn verwirrt an.
„Ja, als wir auf dem Dach waren, warst du erst aufgeweckt am tanzen gewesen, dann musstest du das erste Mal dich kurz übergeben und dann bist du zusammengeklappt wie bei einer Puppe, der man die Fäden durchgeschnitten hat.“, sagte er besorgt und rieb mir über die Schulter.
Tanzen? Ohnmacht? Kotzen? Mein Kopf wummerte bei der Fülle an Informationen.
„Was ist dann passiert?“
„Ich hab dich zum Auto getragen und wollte dich sofort ins Krankenhaus fahren, aber du wolltest partout nicht ins Krankenhaus und nach Hause auch nicht. Dein Vater sollte dich nicht so sehen.“
„Also bin ich wieder wach geworden?“
„Ja, als ich mit dir ein paar Minuten im Auto saß, während Hanna deine Tasche gesucht hatte, wurdest du wieder wach und ich konnte mit dir richtig klar reden, das war irgendwie gespenstisch, so als ob nichts gewesen wäre. Ich hab dir dann versprochen, dass du mit zu mir kannst und ich mir was einfallen lassen werde.“
Ich nickte und verdaute die Geschichte. In meinem Kopf blitzten Gesprächsfäden im Auto auf.  Ich hatte davon gestern geträumt. Ich hab geträumt, dass er mich im Arm gehalten hat und ich peinliche Dinge gesagt habe. Dinge wie Ich wünschte, du würdest mich auch so mögen wie ich dich und Wenn ich auch bloß so hübsch wäre wie Lena. Und dann hab ich ihn geküsst und er hat´s erwidert.
Ich schüttelte den Kopf. Das war ein Traum, etwas was nicht wirklich passiert ist, sondern Fantasie.
„Hab ich da irgendwas peinliches gesagt oder getan?“, sagte ich etwas verlegen.
David schaute mich lange an. „Weißt du denn noch irgendwas?“, fragte er.
Ich überlegte. Nein, das war ein Traum. Ich schüttelte den Kopf. „Ist nur so ein Gefühl. Und hab ich?“
„Nein, du warst lieb wie immer. Etwas anhänglich.“ Er grinste.
„Anhänglich?“, wiederholte ich etwas zu laut. Au Backe!
Er lachte. „Ja aber nichts wildes, wenn du betrunken bist, bist du nur sehr kuschelbedürftig.“
„Oookay.“, sagte ich leise. Und versuchte das Thema bei Seite zu schieben.
„Was machen wir jetzt?“, fragte ich. „Wie spät haben wir´s überhaupt?“
„Gleich halb eins. Ich dachte vielleicht willst du erst mal duschen, nach gestern Abend?“
Ich nickte und schob die Decke beiseite.
„Dann schau ich so lange mal, was meine Mutter in der Küche macht und dann gibt es bestimmt bald Mittag.“ Ich nickte wieder und stand auf.
„Handtücher liegen in dem Schränkchen neben der Toilette und du kannst gern mein Duschgel benutzen. Riechst dann bestimmt nach Kerl, aber so ein hartes Mädchen wie du kommt damit bestimmt klar, oder?“ Er lachte.
Ich streckte ihm die Zunge raus. „Haha, ja klar. Ich riech doch gerne nach Neandertaler.“
„Neandertaler?“, wiederholte er gespielt empört und kitzelte mich durch bis ich vor Lachen nach ihm schlug und um Gnade bat. Er war gnädig.
Als ich mich beruhigt hatte, sah ich, dass mich David grinsend beobachtete.
„Was denn?“, fragte ich verunsichert. Hing mir was aus der Nase oder warum schaut er so?
„Du bist wunderschön, wenn du lachst“, sagte er mit einer solchen Ernsthaftigkeit, dass es mir die Sprache verschlug. „Du wirkst so lebendig und menschlich dabei.“
Darauf wusste ich beim besten Willen nichts zu erwidern. Dafür liefen meine Wangen hochrot an.
Nach einer stillen Minute stand David auf und zog mich mit sich auf die Beine.
„Du kommst klar oder?“, fragte David während er zu seinem Schrank ging und ein altes T-Shirt raussuchte, welches er zu mir warf. Ich fing es auf und betrachtete es.
Es war ein Bandshirt von Madsen und ich musste grinsen. Als ich ihn anschaute, grinste er ebenfalls.
„Sei gut zu ihm. Ich schätze deine Tunika wird – wenn überhaupt -  erst morgen wieder sauber und trocken sein.“ Ich verzog das Gesicht. Kein schöner Gedanke, dass eins meiner Lieblingsshirts vielleicht im Müll landen muss.
Er zog sich ebenfalls Jogginghose und ein T-shirt über und huschte dann auf dem Flur in Richtung Küche.
Ich gehe ins Badezimmer, das an Davids Schlafzimmer angrenzt und schließe die Tür hinter mir ab. Ich ziehe meine Klamotten aus, dann stelle ich mich in die kleine Duschkabine und drehe das Wasser auf. Ich stöhne auf, es gibt nichts Schöneres als eine heiße Dusche nach so einer durchzechten Nacht. Es war richtig schön und dadurch hatte ich endlich mal 5 Minuten mit mir und meinen Gedanken alleine. Ich musste erst mal meinen Kopf wieder sortieren, da war zu viel was ich nicht verstand und was mich verwirrte.
Punkt 1 ich hatte durch großen Alkoholeinfluss einen Filmriss bekommen. Meine letzte richtige Erinnerung war das Sitzen mit der Truppe auf dem Sofa mit der zweiten Runde Longdrinks.
Punkt 2 ich bin in Davids Bett aufgewacht und er auf den Fußboden.
Punkt 3 ich hab getanzt, für mich sehr unüblich und definitiv merkwürdig.
Punkt 4 ich bin plötzlich zusammengeklappt, während ich am tanzen war.
Punkt 5 ich habe mich in Unmengen übergeben, was auch ziemlich merkwürdig war.
Punkt 6 ich hab zwar doch etwas getrunken, aber in meiner Erinnerung nicht so viel, dass ich so eine Reaktion hervorgerufen haben könnte.
Scheiße, irgendwie ist diese ganze Nacht komplett aus dem Ruder gelaufen.
Ich rieb mir die Schläfen und ging alles nochmal durch.
Davids Reaktion war merkwürdig, als ich ihn gefragt hatte, wie das mit mir passieren konnte. Er war nicht ganz ehrlich zu mir, das habe ich sofort gespürt. Er war nicht wirklich böse, weil es mir so schlecht ging, aber in diesem Moment war er es. Und das nur weil ich zu viel getrunken hatte.
Plötzlich schoss mir ein Gedanke durch den Kopf… Aber nein.
Als ich mit meiner Mutter in der Entzugsklinik war, war da auch eine ältere Dame, die früher in einem Bordell geputzt hatte und dadurch immer öfter in den Genuss von Kokain kam. Um davon loszukommen, bekam sie die erste Zeit eine Ersatzdroge. Es war noch nicht lange auf dem Markt und prompt reagierte sie allergisch auf das Mittel und musste über zwei Tage ununterbrochen brechen. Es war furchtbar. Sie tat mir so leid. Ich hab an diesen Abend ein Gespräch von einem Arzt und einer Schwester gehört, die darüber geredet haben, dass sie solche Reaktionen nur kennen, wenn Alkohol und Drogen gleichzeitig in den Organismus gelangen.
Alkohol und Drogen.
Was wenn… Was wenn in den Longdrinks, die ich getrunken habe, der Alkohol nicht das schlimmste war?
Was wenn jemand mir etwas rein gemischt hat, etwas was ich nicht vertragen habe?
Aber wer? Und wieso?
Eins stand fest, falls ich mit meiner Vermutung recht hatte und mehr war dieser Gedanke nicht - eine vage Vermutung – dann war dies aus purer Absicht passiert. Schließlich ging es nur mir so schlecht.
Und falls ich recht habe, war auch klar, David wusste wer es war.
Das war nicht gut. Gar nicht gut.